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Facebook und Co. hören mich ab – Eine berechtigte Vermutung?

Woher kommt die Vermutung?

Wenn jeder von uns Facebook oder Instagram nutzt, dann bekommen wir früher oder später Werbung zu sehen. Diese spielt schließlich eine immense Rolle in der Finanzierung der sozialen Netzwerke. In den letzten Jahren haben sich allerdings zahlreiche Vermutungen angehäuft, dass die ausgestrahlte Werbung durch das Abhören von privaten Gesprächen durch das Mikrofon an unseren Smartphones zielgenau spezifiziert wird. Hören Facebook und Co. also bei unseren privaten Gesprächen mit?

Können Gespräche eine Werbeanzeige auslösen?

Wir alle haben sicherlich schon eine vergleichbare Situation erlebt. Man trifft sich mit Freunden zum Kaffee und unterhält sich beispielsweise über die Renovierung der Küche. Zu Hause angekommen scrollt man anschließend durch den Newsfeed und da ist sie: Die Werbung zu einer Wandfarbe. Thematisch passt diese nun zu dem Gesprächsthema, doch ist dies wirklich ein Anzeichen dafür, dass man von Facebook abgehört wird? Experten sagen: NEIN, genau so wie Facebook in zahlreichen Statements.

Werden wir abgehört? Hier einige Fakten

Angenommen es würden Wortfetzen oder Satzteile zu einer Analyse und Auswertung an die Server von Facebook geschickt werden, würde dies bei stolzen 2,6 Milliarden aktiven Nutzern im ersten Quartal 2020 weltweit einen solch immensen Datenstrom erzeugen, dass die Machenschaften schlichtweg nicht mehr zu verstecken währen. Ein Datenverbrauch dieser Größe wäre zusätzlich auch mit Netzwerk-Tools nachverfolgbar und würde sich überdies im Verbrauch von Datenmengen im Mobilfunkvertrag zeigen.

Selbst wenn die Analyse der Daten auf dem eigenen Handy, vor der Übermittlung an Facebooks Server geschehen würde, müssten die relevanten Daten irgendwann dann doch für die Auswertung an Facebooks Server gesendet werden, wodurch wiederum ebenfalls große Datenmengen entstünden, welche sich eindeutig bemerkbar machen würden.

Wissenswert ist grundsätzlich, dass sogar die modernsten Mobiltelefone und Geräte nicht leistungsstark genug sind, um viel mehr als die bekannten Aktivierungs-Phrasen wie „Hey Siri“, „Alexa“, oder „Okay Google“ zu „verstehen“ bzw. zu verarbeiten.

Doch woher kommen nun die Vermutungen, dass Facebook bei unseren privaten Gesprächen mithört?

Experten finden dazu einige Antworten. Zunächst lässt sich die Vermutung mit der selektiven Wahrnehmung erklären. Diese beschreibt, wie unser Gehirn nur Informationen verarbeitet, welche in der momentanen Situation relevant sind. So kann es beispielsweise sein, dass uns schon seit mehreren Tagen die beschriebene Werbung zu der Wandfarbe angezeigt worden ist, wir diese aber gar nicht wahrgenommen haben, da das Thema für uns an dem besagten Zeitpunkt noch nicht relevant war.

Zusätzlich hat Facebook einen enorm starken Algorithmus, welcher Datenpunkte, die wir ohnehin durch die Nutzung der Apps hinterlassen auswertet und auf diese bezogen personifizierte Werbung zielgruppengerecht ausspielt. So können beispielsweise saisonale Einflüsse wie die erhöhte Suche nach kreativen Weihnachtsgeschenken in der Vorweihnachtszeit oder von Freunden gelikter oder interagierter Content zu einer Ausstrahlung der spezifischen Werbung auf unserem Newsfeed führen. Schließlich haben Freunde häufig gleiche Interessen oder interagieren mit vergleichbaren Inhalten, wie wir selbst.

Dadurch, dass wir den Apps auch unseren Standort mitteilen, damit wir beispielsweise Check-ins Teilen können, können diese auch erkennen, ob man den lokalen Baumarkt betreten hat. Daraus schließt die App dann mögliche Objekte, die man an diesem Ort hätte kaufen können, wodurch sich die personalisierte Wandfarben-Werbung ebenfalls begründen ließe.

Exkurs:

Eigene Werbepräferenzen und Einstellungen prüfen

Fazit

Zusammenfassend kann man also sagen, dass Facebook die Daten für die personalisierte Werbung aus den Daten, welche wir ohnehin hinterlassen, generiert. Zufälle sind überdies auch nicht auszuschließen, da manche Zielgruppen für Werbung vergleichsweise groß sein können. Außerdem kann der Wunsch nach dem Renovieren der Küche schon im Voraus durch das unterbewusste Wahrnehmen der Werbung für die Wandfarbe entstanden sein.

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Caroline Brankers

Caroline Brankers